Vorsorge gegen unternehmerisches Risiko durch intelligente Absicherungsmodelle

Die Argumentation soll zeigen, dass automatisierte Absicherungsstrategien am Optionsmarkt nicht automatisch eine Erhöhung des unternehmerischen Risikos bedeuten, sondern richtig angewendet, als Versicherung gegen Risiken auf volatilen Märkten gelten.

Wenn eine Gesellschaft in einem volatilen Markt als Marktteilnehmer agiert, ist ein Preisänderungsrisiko seiner Produkte durch das Marktsystem vorgegeben. Solange spekulative Wetten auf Preise von Produkten die die Realwirtschaft benötigt, kaufmännischer Usus sind, können die Teilnehmer des realen Marktes die Preise nicht wirklich beeinflussen. Intelligente Spekulationen gegen oder für gehandelte Produkte werden sehr oft erfolgreich abgeschlossen.

Verständlich wird das, wenn man die Weltwirtschaft betrachtet, und sich mit den folgenden Werten auseinandersetzt:

Globale Wirtschaftsleistung der Realwirtschaft                             70 Billionen US$

Aktienmarkt                                                                              63 Billionen US$

Derivate Markt                                                                         708 Billionen US$

Devisenmarkt                                                                         1007 Billionen US$

Daraus ersichtlich ist, dass die Realwirtschaft durch den eigenen Bedarf von weniger als 10% des Gesamtmarktes auf keinen Fall die Marktpreise beeinflussen kann.

Unter derartigen Voraussetzungen kann man Absicherungsmodelle die auf die jeweiligen Trends abgestimmt sind, nicht von vornherein als Spekulation bezeichnen.

Absicherungsmodelle dienen vielmehr dazu, das externe Preisrisiko, verursacht durch den Derivatehandel, zu versichern, indem man mit der allgemeinen Preisentwicklung jedenfalls mitschwimmt.

Nicht jede Option ist in diesem Fall risikolos:

Ein Absicherungsmodell muss auf Marktbewegungen aufbauen und darauf automatisch intelligent reagieren, die Materialien müssen jedenfalls real im Unternehmen gebraucht werden – es muss der Risikominimierungsgedanke vorliegen und nicht der Wille zur Gewinnmaximierung.

Gewinnmaximierung ist nach den Regeln der Betriebswirtschaft ein Unternehmensziel, Manager mit kurzfristigen erfolgsabhängigen Verträgen werden sich stets zu diesem Ziel vorrangig bekennen. Manager haben typischerweise immer eine Marktmeinung, die sie vertreten können und an die sie glauben. Wenn Management in Verfolgung der eigenen Meinung zum Markt in den Derivathandel ohne Berücksichtigung des Unternehmensbedarfes einsteigt, dann sprechen wir von Spekulation.

 

Soweit dieser Handel sich an dem unternehmerischen Materialbedarf ausrichtet, sprechen wir von einer Absicherung, die auf einer Marktmeinung basiert. Durch Verfolgung des jeweiligen Marktes kann man Erfahrungen aufbauen, die im Bereich des Derivatehandels sehr hilfreich sind. Eine Marktmeinung einer Person beinhaltet jedenfalls persönlich wahrgenommene Soft Facts, die von dieser Person bewertet werden. Wieweit eine Bewertung von Soft Facts zur Beurteilung des Marktes spekulativ sind, sei dahingestellt, insbesondere sollte man berücksichtigen, dass die bewerteten Soft Facts einer Person keineswegs irgendeinen Anspruch auf vollständige Erfassung aller Fakten erhebt. Falls diese Person nicht die richtigen Soft Facts berücksichtigt, kann das zu Fehleinscheidungen bezüglich der Absicherungen führen.

 

Wenn man Absicherungssysteme auf Charttechnik basiert, hat das den Vorteil, dass wesentliche Soft Facts sich innerhalb kürzester Zeit auf die Marktpreise auswirken. Wenn die Auswirkungen sichtbar werden, vergleicht ein Computerprogramm die Änderungen mit der Vergangenheit und erstellt eine Projektion in die Zukunft. Anhand der Projektion in die Zukunft werden Entscheidungsgrundlagen für Absicherungen geliefert. Der wesentliche Vorteil eines Computerprogramms im Vergleich zu einer Person, die nur einen gewissen Teil aller Marktnachrichten beobachten kann, ist, dass immer alle Marktpreisänderung auf allen relevanten Marktplätzen, 24 Stunden am Tag automatisch berücksichtigt werden.

 

Eine wesentliche Verbesserung von Charttechnik basierten Absicherungssystemen sind sequenzielle Systeme. Diese unterscheiden sich von althergebrachten Charttechnik basierten Absicherungssystemen dadurch, dass das Programm auf durch Betrachtung und Zukunftsprojektion der Marktpreise kurzfristig Signale produziert, dass Optionen unterjährig gekauft, behalten oder verkauft werden sollen. Dadurch vermindert sich der Zeitraum der Risikoexposition durch die Optionen auf sehr gut beobachtbare Zeiträume.

Die sequenziellen, auf Charttechnik basierenden Absicherungsstrategien garantieren nicht ausschließlich richtige Entscheidungen, jedoch merkt die Charttechnik innerhalb kürzester Zeit, ob eine Zukunftsprognose eintrifft oder nicht. Dann werden entsprechende marktadäquate Signale sofort geliefert.

 

Vorgangsweise für Unternehmen:

Wenn für die Absicherung von Geschäften fixe Regeln erstellt werden, die vorhandenes Material bzw. vorhandene preisfixierte Aufträge aus dem Preisrisiko nehmen oder zumindest das Preisrisiko mindern, dann kann man daher nicht mehr von Spekulation sprechen, sondern nur mehr von Versicherung.

Daher muss man im speziellen darauf achten, ein Regelwerk einzuführen um die Spekulationsabsichten verhindern zu können. Eine Einflussnahme von Personen mit einer Marktmeinung auf Absicherungsgeschäfte birgt natürliche eine Chance einen Gewinn zu maximieren, leider aber auch das Risiko, dass die persönliche Entscheidung auf Grund der fehlenden Markttransparenz für die Entscheidung treffende Person falsch ist.

Eine praktikable Lösung erscheint die Verwendung von getrennten Absicherungssystemen, einerseits Charttechnik basierter Computerprogramme und andererseits Absicherungen die auf persönlichen Marktmeinungen basieren. Die Charttechnik wird immer einen positiven Input in Strategien, basierend auf Marktmeinungen von Personen liefern können.

 

Zusammenfassung:

Abschließend muss festgestellt werden, dass Absicherungsstrategien, die von Einschätzungen des Marktes durch Personen abhängig sind nur in Sonderfällen zu langfristig richtigen Entscheidungen führen können, da einzelnen Personen ein vollkommener Marktüberblick, also die Transparenz des relevanten Marktes fehlt.

Charttechnik basierende intelligente sequenzielle Absicherungsstrategien, die Entscheidungssignale kurzfristig anhand von Chartveränderungen ermitteln, haben dagegen durch die vollständige Berücksichtigung des Weltmarktes und die schnelle Reaktion auf Änderungen am Markt einen Versicherungscharakter.